Eco-Fashion

Wieso nachhaltige Mode so wichtig ist (Teil 2)

Frederik Betz (Gastbeitrag) · 06.09.2015

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Es geht aber noch schlimmer

Dann bleiben noch die so angesagten Microfasern. Hier handelt es sich fast immer um Polyester, welcher wiederum aus Rohöl hergestellt wird. Und schon wieder geht unsere Modeindustrie den Ressourcen an den Kragen. Dabei ist besonders perfide, dass der ungeliebte Polyester einfach modern in Microfaser umgelabelt wird und damit wieder komplett salonfähig geworden ist. Zumindest bei den Modefreunden, die sich nicht darüber im Klaren sind, was sie sich und ihrer Umwelt mit derart billig produzierter Massenware antun. Diese sich nach unten drehende Preisspirale hat aber noch einen weiteren und wesentlich schrecklicheren Effekt: Kinderarbeit. Beginnend beim Anbau der Rohstoffe bis hin zur Fertigung, Kinderarbeit ist in der Textilindustrie auch heute noch ein Thema. Bei nachhaltig produzierter Mode ist die Gefahr jedoch wesentlich geringer, dass das schöne neue Fashion-Item vor allem aufgrund der Arbeit von zu kleinen Händen zum ansprechenden Preis zu bekommen ist. Denn das nachhaltige Produzieren soll ja nicht nur die Umwelt, sondern auch uns Menschen schützen. Es gibt also mehr als einen guten Grund dafür, beim nächsten Klamottenkauf ein wenig genauer hinzusehen und zu Mode zu greifen, die keinen schlechten Nachgeschmack hinterlässt.

Mode kann immer noch verflixt viel Spaß machen

Nachhaltig produzierte Rohstoffe, Fabriken, in denen Näherinnen gemäß ihrer Qualifikation entlohnt werden, Arbeitsschutz und die Schonung der Umwelt müssen keine modische Utopie bleiben. Denn auch diese Mode wird mittlerweile unter ökonomischen Aspekten produziert und vertrieben. Damit sind die Preise in einen Bereich gerutscht, der immer noch moralische und ökologische Ansprüche befriedigen kann und trotzdem für erschwingliche Mode sorgt, in der man sich rundum wohl fühlen kann. Die Fashionistas kommen ebenfalls nicht zu kurz, denn die angesagten Trends lassen sich hier ebenso finden wie die Klassiker. Es gibt also unzählige gute Gründe für Eco-Fashion, und so kann Mode endlich wieder Spaß machen und ein gutes Gewissen ist dabei ein Bonus, der nicht zu bezahlen ist.

Die Alternativen, oft besser als das Original

Biobaumwolle und Leinen aus kontrolliertem Anbau sind aber nicht die einzigen Grundstoffe, die für eine nachhaltige Mode sorgen können. Hanf ist ebenfalls ein Stoff, aus dem immer mehr Modeträume gewebt werden. Diese Pflanzenfasern stehen Leinen in nichts nach. Und bei diesen feinen Substituten steht ein Stoff noch weiter aus der Masse heraus: Kork. Kork kann Leder überflüssig machen und das ist auch gut so. Leder fordert immer den Tod eines Tieres, das Gerben der Häute erfolgt viel zu oft unter Bedingungen, die den Arbeitern und ihrer Umwelt extreme Schäden zufügen und die Giftstoffe, die in das Leder eingebracht werden, die werden auch an die Füße der Träger weitergegeben. Kork ist da eine tolle Alternative und sie ist auch umweltschonend, da die Rinde der Korkeichen stets nachwächst. Die Haut eines Tieres kann also durch einen nachwachsenden Rohstoff ersetzt werden. Spätestens mit dem Wissen, muss man nachhaltiger Mode den Vorzug geben. Sie tut uns gut und fügt niemandem und nichts einen Schaden zu. So kann angesagte Mode die Welt sogar ein Stück besser machen.

Über den Autor
Frederik Betz ist Co-Gründer von Bonsum und hat es sich zum Ziel gemacht, nachhaltiges Einkaufen endlich wieder spaßig zu machen. Bonsum ist die erste Suchmaschine für nachhaltiges Online-Shopping, die Dich für jeden verantwortungsvollen Einkauf belohnt.

http://bonsum.de/

Foto: Bonsum UG (haftungsbeschränkt)

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