Summer Fashion

Wieso nachhaltige Mode so wichtig ist (Teil 1)

Frederik Betz (Gastbeitrag) · 29.08.2015

Nachhaltige Mode ist nicht nur gut für die Umwelt, sie bringt Style in den Kleiderschrank und hat sogar noch alles für ein gutes Gewissen dabei. Eco-Fashion hat sich mittlerweile zum eigenen Modetrend entwickeln können, der immer mehr Fans gewinnt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Die Umwelt wird geschont, Arbeiter werden nicht ausgebeutet und man tut sich sogar selbst mit dieser Form der Mode einen Gefallen. Wir kennen doch alle das Gefühl, wenn zu viel Chemie in der Kleidung eher zu Juckreiz als zu modischen Höhenflügen führt. Die saubere Qualität von Biobaumwolle und den anderen nachhaltig produzierten Stoffen ist ebenso spürbar, aber dieses Gefühl ist um so vieles schöner.

Billig ist nicht preiswert

In den letzten Jahren hat die Billig-Welle leider auch die Mode erreicht. Der Chemie-Cocktail lässt sich in manchen Geschäften schon an der Eingangstür genießen. Es riecht nicht gut, und damit kann es auch nicht gut sein. Die Haut des Menschen ist schließlich mit Poren versehen und die sind in beide Richtungen durchlässig. Daher ist Eco-Fashion eine klasse Idee, um sich in der eigenen Haut wieder rundum wohl zu fühlen. Und da mittlerweile auch Top-Designer auf den umweltbewussten Zug aufgesprungen sind, gilt die Ausrede von Öko-Schick schon lange nicht mehr. Für das Design ist es unerheblich, ob ein Stoff nachhaltig produziert wurde oder nicht. Aber für den Träger der Kleidung ist dieser Unterschied wesentlich größer. Wer einmal Bio Baumwolle auf der Haut gefühlt hat, der kennt diesen Effekt, den nur nachhaltig gefertigte Stoffe mit sich bringen können. Der Einwand, dass nachhaltig produzierte Mode teuer ist, der kann heute nicht mehr gelten. Spätestens im Sale wird nachhaltige Mode für jeden erschwinglich.

Mode, die ruiniert

Die eigene Haut ist uns zwar am nächsten, aber die Umwelt sollte ebenfalls niemals aus den Augen verloren werden. Dass für die Produktion von Kleiderstoffen Unmengen an Giftstoffen in die Natur eingebracht werden, das ist nun wirklich kein Geheimnis mehr. Und die Ausrede, dass uns das egal sein kann, weil die Textilfirmen zum größten Teil nicht bei uns produzieren, kann auf gar keinen Fall gelten. Wir haben es mit unserem Kaufverhalten in der Hand, dass auch über die Grenzen hinweg die Umwelt nicht unnötig belastet werden muss. Die Verschmutzung der Gewässer ist schließlich kein Problem, das sich an Grenzen zu halten weiß. Und auch die Frage der Endlichkeit der Ressourcen spielt in dem Bereich der nachhaltig produzierten Kleidung eine wichtige Rolle. Konventioneller Anbau bedeutet, dass auch angebliche Naturprodukte wie Baumwolle oder Leinen zum großen Umweltproblem werden. Für den industriellen Anbau von Baumwolle werden nicht nur Unmengen von Grundwasser vergeudet, auch die Düngung der Felder frisst unsere Ressourcen auf. Pflanzenschutzmittel werden teils aus Rohöl hergestellt, Kunstdünger braucht Methan für seine Produktion, ganz zu schweigen von den langen Transportwegen für diese schädlichen Stoffe. Der größte Düngerproduzent ist schließlich nicht Deutschland, sondern China. Es gibt also mehr als nur einen guten Grund, auf konventionell produzierte, angebliche, Naturstoffe zu verzichten. Beim Öko-Anbau kann man dagegen mit gutem Gewissen von Nachhaltigkeit und der bestmöglichen Schonung von Ressourcen reden. So wird die Shopping-Tour nicht automatisch zum Desaster für Mensch und Umwelt.

Teil 2 folgt in Kürze


Über den Autor
Frederik Betz ist Co-Gründer von Bonsum und hat es sich zum Ziel gemacht, nachhaltiges Einkaufen endlich wieder spaßig zu machen. Bonsum ist die erste Suchmaschine für nachhaltiges Online-Shopping, die Dich für jeden verantwortungsvollen Einkauf belohnt.

http://bonsum.de/

Foto: Bonsum UG (haftungsbeschränkt)

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