Ostereier natürlich färben

08.03.2018

Eier auspusten und sie danach bemalen – das weckt Kindheitserinnerungen. Wer beim Eierfärben die Umwelt schonen möchte, setzt auf Farben aus natürlichen Zutaten wie Kräuter oder Beeren. Wie das geht, verrät Annalina Behrens, Mitbegründerin des haehnlein-Konzepts. haehnlein vertreibt deutschlandweit Bio-Eier und -Geflügelfleisch. Mit einem Aufpreis bei den Eiern finanziert haehnlein die Aufzucht der männlichen Küken, die sonst irrsinnigerweise nach dem Schlupf getötet werden.

1) Einkaufen
Wer Ostereier natürlich färben möchte, braucht unterschiedlichste Lebensmittel, die nicht zwingend
in der häuslichen Vorratskammer schlummern. Die Klassiker sind Kurkuma (färbt die Eier gelb), Rotkohl
(blau), Heidelbeeren (lila), Spinat (hellgrün) und Rote Bete (rot). Der Phantasie sind aber keine Grenzen gesetzt: Karotten ergeben ein schönes Orangegelb, Kaffee und Zwiebelschalen färben Eier bräunlich, mit Holundersaft werden sie blauschwarz.

2) Gemüsesud erstellen
Nun wird aus den Lebensmitteln ein Gemüsesud hergestellt. Dazu kocht man die jeweilige Zutat so lange in
einem Topf mit ausreichend Wasser, bis es die gewünschte Farbintensität annimmt. Eine beliebte natürliche
Farbe: der Sud aus Roter Bete. Dazu kocht man 250 Gramm rote Bete in einem halben Liter Wasser. Sobald der Sud die Wunschfarbe erreicht hat, gießt man ihn in einen Plastikbecher oder ein Schälchen ab. Alaun, Pottasche und Kaliumcarbonat im Wasser intensivieren die Farbe, Eisennägel und Eisensalz verdunkeln sie, Essig hellt sie auf.

3) Eier vorbereiten
Nachdem nun die verschiedenen Farbtöne hergestellt sind, sollten auch die Eier auf den Färbeprozess
vorbereitet werden. Egal, ob Du ausgeblasene oder hartgekochte Eier verwendest: Optimal wird das Ergebnis, wenn Du die Eierschale vor dem Färbeprozess mit etwas Essig abreibst. Eier von freilaufenden Hühnern
haben übrigens eine dickere Schale und sind überdurchschnittlich gut geeignet.

4) Spezialeffekte
Für besondere Farbeffekte werden die Eier vor ihrem Gummibändern Bad im Sud mit Gummibändern umwickelt. Alternativ können Blüten oder Blätter auf die Eier gelegt und mit einem Nylonstrumpf (wir geben zu: das ist Plastik) befestigt werden. Wer seine Ostereier beschriften möchte, benutzt dafür einen Pinsel oder ein Wattestäbchen, das in Zitronensaft getunkt wurde. Die Zitronensäure entfernt die Farbe wieder von der Eierschale.

5) Eier färben
Nun werden die Eier in den Wunschfarb-Sud eingelegt. Wer zarte Pastellfarben haben möchte, lässt die Eier  nur kurz im Sud. Je länger sie im Wasser bleiben, desto kräftiger werden die Farben. Wenn der gewünschte  Farbton erreicht ist, fischt man die Eier aus den Schalen und lässt sie trocknen. Als natürliches "Abtropfbecken" eignen sich die leeren Eierkartons oder abgeschnittene Toilettenpapierrollen.

6) Eier nachbehandeln
Sobald die Farbe getrocknet ist, sind deine Eier einsatzbereit. Wer seiner Deko einen speziellen Glanz verpassen möchte, reibt sie am Schluss mit ein paar Tropfen Pflanzenöl ein. Fertig sind die bunten Ostereier – ganz ohne Chemie!

 

Titelfoto: istock, ©GMVozd
 

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