Die Gefühle der Tiere

Für mehr Achtsamkeit gegenüber Tieren

Timo Büdenbender · 08.01.2015

Eine Mutter welcher Säugetierart hat als einzige den ganzen Tag Zeit für ihre Kinder? Welcher Vogel kann sich bis zu 10.000 Verstecke seiner Wintervorräte detailliert merken? Wer hier nicht sofort auf den Nacktmull und den Eichelhäher kommt, wird im Buch „Die Gefühle der Tiere“ von Peter Wohlleben viele interessante Details aus der Tierwelt entdecken und über Beobachtungen aus der Forschung staunen. Die zahlreichen Mosaiksteine aus Anekdoten eigener Erlebnisse und wissenschaftlicher Erkenntnisse ergeben einen systematischen Rundgang durch verschiedene Aspekte des Fühlens und der Intelligenz, und laden ganz automatisch zu mehr Respekt und verantwortungsvollem Handeln gegenüber unseren tierischen Mitgeschöpfen ein.

Der Autor ist Förster in der Eifel und seine Wälder gehören zu den wenigen, die sich zurück zu urwaldähnlichen Laubwäldern entwickeln, u. a. durch den Verzicht auf Chemie, aber auch den Einsatz von Pferden statt schwerer Holzerntemaschinen. So verwundert es nicht, dass das Buch auch mit erstaunlichen Beobachtungen aus der Pflanzenwelt aufwartet. Buchen unterstützen sich etwa untereinander, indem sie über unterirdische Wurzel- und Pilzgeflechte Informationen und nahrhafte Zuckerlösung austauschen. Beim Laubabwurf handeln benachbarte Bäume oft völlig unterschiedlich – für den Autor ein klarer Hinweis auf Charakterunterschiede bei Pflanzen. So erzeugt das Buch über die Fauna hinaus Respekt für die nicht-menschliche Welt.

Peter Wohlleben, Die Gefühle der Tiere, pala-Verlag 2014, 160 Seiten mit Illustrationen

http://www.pala-verlag.de/cms/website.php?id=/index/buecher/9783895663376.htm
http://www.peter-wohlleben.de/

Grafik: Ausschnitt aus dem Titelbild des Buchs

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