Einhorn

Fair und nachhaltig verhüten

Timo Büdenbender · 04.05.2015

Wer hat sich beim Sex schonmal gefragt, unter welchen Umständen das Kondom eigentlich hergestellt wurde? Ein ambitioniertes Berliner Projekt hat sich diese Frage gestellt – und nachdem die Antwort nicht gerade berauschend ausfiel, möchte „Einhorn“ in den nächsten Jahren Markt für Kondome auf faire und nachhaltige Weise aufmischen.

Das Rohmaterial für die Kondome ist Naturkautschuk, der vor allem in Asien angebaut wird. Hier setzen die Gründer Waldemar Zeiler und Philip Siefer an: Zusammen mit deutschen Wissenschaftlern möchten sie eine Genossenschaft gründen, die weltweite Standards für den nachhaltigen Anbau von Kautschuk festlegen mit einem Fairstainable Siegel versehen soll. So soll ein transparenter Kautschuk-Anbau ohne Regenwaldrodung, Pestizidvergiftungen und Ausbeutung der Kautschukzapfer möglich werden. In der eigentlichen Kondomproduktion haben die Einhörner bereits einen Partner gefunden, der den Weg der Transparenz mit ihnen geht und faire Arbeitsbedingungen garantiert. Später soll auch der CO2-Abdruck der gesamten Wertschöpfungskette veröffentlich t werden.

Ganz nebenbei werden die Kondome in schicken Chipstüten verkauft und sollen sogar etwas günstiger werden als die herkömmliche Konkurrenz – die zumeist hohe Margen ähnlich wie bei Luxusartikeln erzielt. Der Aufbau des komplett nachhaltigen und fairen Kondomunternehmens wird laut Aussage von Einhorn einige Jahre in Anspruch nehmen. Sobald jedoch Gewinne anfallen, führt das Unternehmen die Hälfte davon an gemeinnützige Projekte ab, etwa zum Thema Sexualaufklärung. Das Crowdfunding der Einhörner läuft noch bis zum 6.Mai auf Startnext. Das Kampagnen-Video hat als echter Hingucker bereits für virale Furore gesorgt.

https://www.startnext.com/einhorn
http://www.einhorn.my/

PS: In Ausgabe 2 haben wir alternative Methoden jenseits von Pille und Verhüterli vorgestellt, um „natürlich (nicht) schwanger“ zu werden.

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