Radl-Shuttle

Critical Mass im Pendlerverkehr

Timo Büdenbender · 13.12.2015

Eine Gruppe von mindestens 16 RadfahrerInnen kann einen sogenannten „geschlossenen Verband“ bilden und damit sinngemäß die gleichen Rechte wie ein Fahrzeug erhalten – also z.B. auf der Fahrbahn statt auf dem Radweg fahren und dort zu zweit nebeneinander fahren. Besonders pfiffig nutzt man in München diese Regelung der Straßenverkehrsordnung (Paragraf 27): Seit Juni diesen Jahres treffen sich Fahrradpendler täglich, um mit dem „Radl-Shuttle“ gemeinsam sicher durch die bayerische Landeshauptstadt zu fahren.

Auf einer von zwei Autospuren radeln 30-40 PendlerInnen gemeinsam Richtung Innenstadt. So kamen allein bis Ende Juli über 1.000 TeilnehmerInnen an der innovativen Maßnahme zusammen. Das Ganze ist nicht als politische Veranstaltung gedacht und soll auch andere Verkehrsteilnehmer nicht ärgern. Doch deren Reaktionen sind positiv und auch die Polizei stieß an mehreren Tagen, an denen sie den Verband zu Beginn begleitete, auf keine Sicherheitsbedenken beim Radl-Shuttle.

Als „Wachradeln“ für eine fahrradfreundlichere Stadtplanung bezeichnet Mobilitätsexperte Andreas Schuster von Green City die permanente Aktion. Der Verein Green City setzt sich seit 1990 auf verschiedenen Ebenen für ein grüneres München ein. Mit 20 MitarbeiterInnen und etwa 1.000 Freiwilligen stimmt die Umweltorganisation pro Jahr 150 Projekte und Veranstaltungen pro Jahr rund um die Themen stadtverträgliche Mobilität, Energie, nachhaltige Stadtgestaltung und Umweltbildung. Green City bietet online auch Tipps für die Gründung eines eigenen Radl-Shuttles an.

www.greencity.de

Foto: © Green City e.V., Michaila Kühnemann

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