Monagoo

5 Fragen an Holger von Monagoo

Timo Büdenbender · 28.03.2015

Das Sozialunternehmen Monagoo möchte anständiges Einkaufen im Internet ermöglichen und eine breite Palette an ausschließlich nachhaltig hergestellten Produkten für den täglichen Bedarf aufbauen. Leise Töne sind nicht die Sache der Gründer Georg Faust und Holger Heinze und ihres Teams. Sie sprechen von nicht weniger als dem „Grundrecht auf nachhaltiges Einkaufen“ und haben Großes vor. sinn sprach mit Co-Gründer Holger (Bild vorne rechts), der bei Monagoo schwerpunktmäßig für kaufmännische Themen verantwortlich ist.


Woher rührt eigentlich der Name Monagoo?

Monagoo ist kurz für Mother Nature's goods – also die Güter von Mutter Natur.

Online-Shops mit nachhaltigem Anspruch boomen derzeit. Was unterscheidet Euch von anderen Plattformen wie z.B. Avocado Store oder Fairmondo? Habt Ihr Pläne für Kooperationen mit anderen Anbietern?

Wir sind große Fans von Avocadostore und Fairmondo und haben gute kollegiale Beziehungen. Wir decken verschiedene Ecken des gleichen Marktes ab und versuchen so, auf verschiedene Arten das gleiche Problem zu lösen. Avocadostore ist eine schön gestaltete Plattform, die gewerblichen Anbietern als Marktplatz dient. Bei Fairmondo können gewerbliche und private Anbieter Dinge verkaufen. Das sorgt dafür, dass ein Käufer schnell Angebote von vielen Anbietern findet.

Monagoo dagegen ist kleiner und wächst langsamer. Wir schreiben alle Texte selbst, machen die meisten Fotos selbst und drehen für die meisten Produkte Videos. Dazu haben wir einen Nachhaltigkeitsbeauftragten, der alle Hersteller durchleuchtet und interviewt und die Nachhaltigkeit so sicherstellt. Wir haben einen Kundenservice, eine Hotline und sind der einzige Ansprechpartner für unsere Kunden. Der Kunde hat also die Wahl zwischen großen Plattformen bei den Kollegen oder einem kleinen Shop wie uns, bei dem alles aus einer Hand kommt.

Wie kamt Ihr dazu, ein Online-Kaufhaus mit ausschließlich nachhaltigen Produkten zu gründen?

Ich war im Jahr 2013 von einer Weltreise/ Entwicklungshilfereise zurück gekommen und brauchte Winterklamotten. Als ich anständige Kleidung suchte, war ich gleichzeitig fasziniert, was es für tolle Angebote gibt und erschrocken, wie schlimm die Shoppingerfahrung aus Kundensicht teilweise ist. Da das Web und E-Commerce meine erste große Liebe waren, ergriff ich die Chance, als ich Schorsch (Mitgründer Georg Faust, d.R.) für die Idee gewonnen hatte. Die Reise vorher war aus dem Wunsch, mehr Sinn in mein Leben zu bringen, geboren worden (Das Blog war sogar unter www.sinnvollereise.de zu finden – heute gibt’s nur noch die Facebookseite unter https://www.facebook.com/tripwithameaning). Nun hatte ich die Gelegenheit, etwas Sinnvolles in einem tollen Team zu unternehmen. Chance ergriffen. :)

Im Rahmen der Akkreditierung beratet Ihr kleine und mittelständische Hersteller und seid nach eigener Aussage „mittlerweile fast schon mehr Inkubator für Kleinunternehmen als Online-Shop.” Was ist das schönste Erlebnis, das Ihr unseren Lesern aus Eurer Beratungspraxis mitgeben möchtet?

Ich freue mich immer sehr, wenn wir zwei Partner zusammenbringen können und auf einmal ein Accessoire-Hersteller mit einem Textilhersteller kooperiert. Auf einer Veranstaltung von Monagoo habe ich kürzlich mitbekommen, dass sich unsere Partner nun schon organisieren und Messen und Märkte gemeinsam bestreiten. Am Ende des Tages ist es immer das Schönste, einen nachhaltigen Pionier zu finden, der zu 95% nachhaltig ist und dann das fehlende Puzzleteil beisteuern zu können, um auf die 100% zu kommen. Und das dann auch der Welt zu sagen. Googelt doch mal „Faire Laufkleidung“.

Ihr steckt gerade in einer Crowdfunding-Kampagne. Was ist Eure Vision für die nächsten fünf Jahre?

Das hängt zum Teil auch davon ab, wie die Kampagne läuft. Wir würden gerne die Business-Welt und die Genusswelt in Monagoo.com integrieren, die fairen Übergrößen rausbringen und das nachhaltige Logistikcenter starten. Das schaffen wir innerhalb der nächsten 5 Jahre – früher, wenn die Crowd uns anschiebt.


Noch bis zum 9.April kannst Du das Projekt auf Startnext unterstützen. Ziel der laufenden Crowdfunding-Kampagne, mit der Monagoo richtig durchstarten möchte, sind sportliche 200.000€. Es warten verschiedene Dankeschöns vom Kaffeebecher bis zum Phablet.

www.startnext.de/monagoo

http://www.monagoo.com

Foto: Monagoo

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